Mit Don Tapscott im Web 2.0
September 5th, 2008
Im Rahmen der Veranstaltung „talk the future“ habe ich mit Don Tapscott in Krems über die Netzwerkgesellschaft, Web 2.0 und damit auch die Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Politik diskutiert.
Zuerst die gute Nachricht für alle Eltern: Wenn Ihr Kind (so wie mein Sohn auch) viel Zeit vor dem Computer verbringt, durchs Internet surft und online kommuniziert, dann ist das – zumindest nach Don Tapscott – nicht beängstigend. Im Gegenteil, laut dem Autor von Büchern wie „growing up digital“ oder „wikinomics“. Lernen, kommunizieren, Nachrichten lesen und Spaß haben vermischen sich zu einem Gemeinsamen. Wirklicher Leidtragender: Das Fernsehen, das maximal noch im Hintergrund läuft.
Und besonders spannend ist, dass die Net-Generation voll und ganz interaktiv ist. Passive Berieselung war gestern – die Zukunft gehört der vollen Integration von Kommunikation. So hat Tapscott anschaulich erklärt, dass die Begriffe Konsument und Produzent im Web 2.0 zusehends verschmelzen und zum „Prosumer“ werden.
Für mich natürlich ganz entscheidend: Was bedeutet das für die politische Ebene und damit auch für die Gesellschaft? Ein klarer Auftrag, Bildung möglichst breit aufzustellen. Denn nur ein offener Zugang zu Bildung ermöglicht jene breite Basis, die notwendig ist, um das Fundament für diese Entwicklung zu bilden. Gerade die Wissensgesellschaft braucht als Basis soziale Gerechtigkeit. Im europäischen Sozialmodell liegt auch der kompetitive Vorteil Europas im Vergleich zum amerikanischen oder asiatischen Modell. Europa muss sich dieses Vorteils bewusst werden, ihn nutzen und das Sozialmodell stärken und nicht schwächen.
Gefreut hat mich auch, dass Don Tapscott klar erklärt hat, dass neue politische Öffentlichkeit mehr bedeutet als die einst von Ross Perot geforderten täglichen TV-Polls. Denn auch in dieser Frage braucht es mehr als nur das bisher bekannte.
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